• Corinna

Thanks a Million & Sláinte

„Warum fliegen wir nicht einfach mal alle zusammen nach Irland und besuchen eure Züchter dort!?“ meinte meatCLUBer Carsten bei unserem letzten Clubevent, bei dem wir 2017 Frans de Rond, den Züchter unserer LiVar Schweine, in Echt besucht hatten. Dieser Ausflug war natürlich relativ schnell organisiert, wenn man bedenkt, dass Echt nur etwa 25 Minuten von unserem Fleischkompetenz Zentrum entfernt liegt.

Aber Irland!? „Ja, das wär echt eine richtig coole Sache!“ war das, was ich Carsten damals antwortete aber „Eher unwahrscheinlich …“ das, was ich eigentlich gedacht habe. Mehr oder weniger pro Forma habe ich dann Wolfgang Otto von diesem Vorschlag erzählt und dachte, dass auch er die Idee mit „Zu aufwendig zu planen!“ abtun würde. Aber weit gefehlt: auch er fand die Vorstellung mit ein paar Clubmitgliedern nach Irland zu fliegen richtig klasse und so machten wir uns langsam aber sicher an die Planung.

Auf nach Irland!

Im Juni diesen Jahres standen das Programm und die finale Reiseroute dann fest. Jetzt hieß es nur noch, sechs Clubmitglieder zu finden, die mitfliegen wollten. Der erste Platz wurde natürlich direkt vom „Initiator“ (an dieser Stelle Gruß an dich, Carsten ;)) gebucht und auch die Plätze zwei bis sechs waren innerhalb von 24 Stunden ausverkauft. Damit stand fest: der meatCLUB fliegt tatsächlich nach Irland! Da ich noch nie zuvor in Irland gewesen bin, mir meine Freunde, die schon dort waren, aber immer vom Land und den Leuten vorgeschwärmt hatten, freute ich mich natürlich umso mehr auf die Reise!


Dass mir Irland unglaublich viel Spaß gemacht hat, kann ich schon verraten. Wir haben so viel gesehen, erlebt und gegessen, dass ich euch einfach nichts vorenthalten wollte - vielleicht erkennt ihr es auch an der Länge des Textes ;)


An dieser Stelle machen wir einen kleinen Zeitsprung zum 24. August 2018 – an diesem Tag ging es nämlich endlich los! Carsten, Klaas, Ingo, Nora, Thomas, Ute, Eva und ich trafen uns alle am Düsseldorfer Flughafen. Dort wartete schon Heather auf uns, eine Mitarbeiterin von Bord Bia (Kurz zu Erklärung: die Firma Board Bia vermarktet irische Produkte, so auch unser Irish Beef, in Deutschland.). Heathers Job und die Tatsache, dass sie Irin ist, qualifizierten sie natürlich als perfekte Reiseführerin!


Reisetagebuch - Tag 1 – 24. August 2018

Nach einem etwa 1,5 Stunden langen Flug landeten wir in Dublin. Zugegeben; während die Stewardessen ihre Sicherheitseinweisung zum Besten gaben, habe ich zwischenzeitlich an meinen Englischkenntnissen gezweifelt, aber Klaas, der im Flieger neben mir saß, beruhigte mich, dass er auch nicht alles verstanden hatte ;) Und ob ihr’s glaubt oder nicht: als wir in Dublin landeten, schien tatsächlich die Sonne! Die „Heatwave“ in Irland, mit 25 Grad in der Spitze, hatten wir wohl um wenige Wochen verpasst.


Für uns ging’s dann erst mal in den Bus, der uns durch die grüne Landschaft von Irland fuhr. Nach wenigen Minuten war auch schon klar: wenn sich ein Land „grüne Insel“ nennen darf, dann Irland!


Wir staunten nicht schlecht, als wir an unserem ersten Stop ankamen: dem Carton House, einen 4-Sterne Golf & Spa Resort, wo wir einen Tisch zum Mittagessen reserviert hatten. Um auf den Start eines tollen Wochenendes anzustoßen, gab’s direkt das erste Bier. Die meisten entschieden sich für ein Hop House 13 Lager Guinness Bier – wir wollten ja schließlich das irische Flair genießen. Heather brachte uns an dieser Stelle auch die erste richtig irische Vokabel für Prost bei: Sláinte (sprich: Slorn-tsche“)!

Die Speisekarte lies auch keine Wünsche offen und so genossen wir zum Beispiel Pastrami Sandwich, einen Caesars Salad und für mich gab’s Tiger Prawns – hmmm, die waren so lecker!


Während des Essens bemerkte man schnell, dass die Iren unglaublich freundlich sind. „Thanks a million“ hörten wir allein bei diesem Mittagessen ziemlich häufig. Wenn man sich als Ire ausgeben will, kürzt man die Phrase einfach zu „Thanks a mill“ ab.


Gut gestärkt ging’s zurück in den Bus, um weiter nach Tullow, zu Züchter Jim auf seine Rinderfarm zu fahren! Auf dem Weg dorthin dachte ich ein paar Mal „Oh man, wenn es gleich, wenn wir auf der Weide sind, aber so schüttet wie jetzt, dann wird’s unangenehm!“. Aber was soll ich sagen!? Petrus hatte anscheinend einen guten Tag (oder hat für Sonne gesorgt, weil der Papst auch am Wochenende in Irland sein würde!) und so strahlte die Sonne tatsächlich die ganze Zeit vom Himmel, während wir mit Jim seinen Hof besichtigten. Ausgestattet mit stylischen Überziehern für unsere Schuhe, durften wir mit auf die Weiden und kamen dort bis auf 1 Meter (das war der Schüchternheit der Tiere geschuldet, nicht unserer!) an die Rinder ran. Etwa 200 Tiere leben insgesamt auf Jims Farm, was seinen Hob zu einem der großen der Irish Beef Züchter macht. Wir waren beeindruckt von den weiten Feldern und der natürlich Umgebung, in der die Tiere aufwachsen können. Jim erzählte uns, dass er die Tiere so lange es geht, draußen auf den Feldern lässt und nur im Winter in den Stall holt, damit sich die Böden erholen können. Außerdem baut Jim Zuckerrüben an, auf die die Rinder wohl absolut abfahren!


Mein Highlight: als wir in einen kleinen Stall zu zwei 4 Tage alten Zwillings-Kälbern durften und ich die kleinen sogar streicheln konnte :)

Zeit für ein Gruppenfoto: Farmer Jim, Nora, Ingo, Thomas, Ute, Eva, ich, Carsten & Klaas (von links nach rechts)

Mit einem „Thanks a million“ bedankten wir uns bei Jim für seine Gastfreundlichkeit und steuerten unser nächstes Ziel an: das Dunbrody Country House in Wexofrd. Das stand dem Carton House in Punkto Glamour in nichts nach! Heather erzählte mir, dass das Carton House wohl unglaublich beliebt für Hochzeiten wäre und locker mindestens ein Jahr im Voraus als Location ausgebucht sei – ihr seht also, dass wir uns hier nicht haben lumpen lassen und uns zum Dinner etwas ganz Feines gegönnt haben.

Das Menü

Ich muss sagen, wir waren leider ziemlich underdressed und hatten kurz einen Ups-Moment, als wir mit unserer Freizeitkleidung dort ankamen, die anderen Gäste aber in schicker Abendgarderobe am Tisch saßen. Aber nach dem Motto „Uns kennt hier eh keiner und wir sind auch zu neunt!“ legten wir unsere Zweifel schnell ab und genossen den Abend! Jeder konnte sich ein köstliches 3-Gänge-Menü zusammenstellen, das keine Wünsche offen ließ. Die Chocolate Tarte, die die meisten als Dessert auswählten, passte zwar nur so grade noch rein, aber die war einfach viel zu lecker, als auch nur ein bisschen davon zurückgehen zu lassen! Natürlich gab’s auch das ein oder andere Gläschen Bier und Wein, damit wir unser „Sláinte“ üben konnten ;)

Im Anschluss fuhren wir ins Hotel, um Kraft für den nächsten, nicht weniger voll durchgeplanten Tag, zu sammeln.


Reisetagebuch – Tag 2 – 25. August 2018

Anstatt schön auszuschlafen, wie ich es samstags sonst immer mache, war ich deutlich früher auf den Beinen, weil wir um 9.15 Uhr Richtung Ballyknocken Cookery School in Wicklow starteten! Der Koch und unser Kochschullehrer Daniel Koenig (der übrigens perfekt Deutsch sprach!) erwartete uns bereits und hatte sich eine tolle Menüfolge ausgedacht, die wir in den nächsten Stunden gemeinsam zubereiten wollten.

Zur Begrüßung zeigte Daniel uns ein Rezept für eine saftige Schokotorte, die natürlich einen Schuss Baileys enthielt, aber innerhalb von 15 Minuten fertig für den Ofen war. Die war später unser Nachtisch und ich darf jetzt schon verraten: wow!

Wir backten gemeinsam Guinness Brot und bereiteten einen Erdbeer-Lachs-Salat als Vorspeise zu, den wir mit frischen Blumen aus dem hauseigenen Kräutergarten zu etwas ganz besonderen machten - nicht nur für den Gaumen, sondern auch für die Augen. Als Hauptgang gab’s eine Art vegetarischen Auflauf und – schließlich waren wir in Irland! – einen Irish Beef Stew.

Zubereitet wurde alles in zwei Gruppen (der Konkurrenzkampf war hoch kann ich euch sagen!), aber gegessen haben wir alle an einem wunderschön dekorierten Tisch. Daniel hatte in der Zwischenzeit noch ein unglaublich leckeres Kartoffelpüree zubereitet, der das Menü perfekt abgerundet hat. Auch beim Mittagessen prosteten wir uns natürlich mit einigen fröhlichen „Sláintes“ alle zu und genossen ein tolles Menü. Ähnlich wie beim Dinner am Vorabend war der Schokokuchen fast zu viel des Guten. Aber Daniel hatte die Teller einfach so schön angerichtet und uns das Rezept vorab so schmackhaft gemacht, dass man einfach probieren musste. Und ich kann verraten: es wäre eine Schande gewesen, hätte man sich den Kuchen entgehen lassen!


Nach dem Mittagessen brachen wir auf und waren schon ganz gespannt auf den nächsten Halt unserer Reiseroute: den Glendalough National Park! Nach dem Mittagessen kam uns so ein ausgedehnter Spaziergang absolut entgegen!

Glendalough ist bekannt für seine Klostersiedlung die auf den Heiligen Kevin (er konnte ja auch nichts für seinen Namen!) zurückgeht und auch der vollständig erhaltene Rundturm ist ein Markenzeichen des Parks. Ich muss sagen, dass es schon etwas komisch war, wenn man bedenkt, dass wir über einen Friedhof gelaufen sind, der noch aktiv genutzt wird und gleichzeitig als Teil des Nationalparks eine Touristenattraktion ist.

Aber als wir den passiert hatten und auf dem Wanderweg am See entlang spazierten, zeigte sich Irland von seiner schönsten Seite! Bei herrlichem Wetter und Sonnenschein waren wir knapp zwei Stunden draußen unterwegs. Während unseres Spaziergangs haben Heather und ich viel gequatscht und ich habe super viel über die Kultur in Irland erfahren! Man hat richtig gemerkt, dass die Iren stolz auf ihr Land, ihre Natur und ihre Geschichte sind. Nicht der erste Moment in dem ich dachte „Hier in Irland warst du nicht zum letzten Mal!“.

Außerdem habe ich gelernt, dass Hollywood näher liegt als man denkt! Auch in Irland, etwa 15 Minuten vom Nationalpark entfernt, gibt es einen Ort, der auch Hollywood heißt. Laut der Iren ist das wohl das „echte“ Hollywood.


Von Glenalough aus fuhren wir dann zurück nach Dublin, um dort in ein richtig tolles Hotel einzuchecken: das Trinity Hotel direkt im Herzen von Dublin und in der Nähe des berühmten Trinity Colleges! Kurz frischgemacht stand dann das Highlight des Tages auf dem Plan: ein Abendessen im bekannten FX Buckley Steakhouse! Das lag nur etwa 15 Gehminuten von unserem Hotel entfernt und beeindruckte uns bereits beim Betreten. Ein tolles Ambiente! Rote Wände, daran eine Kuhfell, alte schwarz-weiß Fotografien und gerahmte Zeitungsausschnitte und eine Art Weinkeller, die sicher so manchen Sommelier ins Schwärmen gebracht hätte!

Besonders die Männer freuten sich dann beim Aufschlagen der Speisekarte wie kleine Kinder. Bis zu 20 Unzen – das entspricht mehr als 550g – schwer, waren die Steaks, die man hier bestellen kann. Während die Herren der Schöpfung sich an die Pfundskerle herantrauten, gab’s zum Glück auch kleinere Portionen von etwa 6 Unzen.

Und was soll ich sagen? Das Essen war unglaublich gut! Das Beef war zart und saftig und schmeckte so, wie Fleisch schmecken muss. Und begleitet wurde das Essen – wir waren schließlich in Irland – von dem ein oder anderen Bier! „Sláinte“ hier und „Sláinte“ da!


Satt und zufrieden ging es im Anschluss für die Hälfte der Truppe ins Hotel – so ein Kurzurlaub schlaucht doch mehr, als man denkt! Die andere Hälfte machte noch einen Abstecher ins Pub auf einen kleinen Absacker.


Reisetagebuch – Tag 3 – 26. August 2018

Kaum zu glauben; da freut man sich so lange auf eine Reise und schon ist sie auch fast schon wieder vorbei! Aber bevor es am Abend zurück nach Deutschland gehen sollte, wollten wir auch den dritten Tag unserer meatCLUB Reise noch einiges vom Land sehen!


Neben der tollen Landschaften und der grünen Natur ist Irland auch für eins besonders bekannt: für sein Bier! Wer bis hierhin aufmerksam gelesen hat weiß, dass auch wir schon einige Pints davon getrunken hatten. Und wo wir schon in Dublin waren, lag es ja nur nahe, eine Führung durch das Guinness Storehouse zu machen. Heather hatte uns vorab bereits eine Besichtigung organisiert und so konnten wir ohne Anstehen direkt los starten. Wir lernten, dass Guinness gar nicht schwarz oder braun sondern rot ist (haltet das Bier mal gegens Licht!), aus welchen Zutaten es besteht, wie diese verarbeitet werden und wie sich welche Zutat auf den Geschmack des Bieres auswirkt. Das testeten wir dann direkt am eigenen Gaumen bei einer kleinen Verkostung. Den Grundsatz „Kein Bier vor Vier!“ mussten wir dafür zwar über Bord werfen, aber Irland ist eben nur einmal im Jahr!

Weiter bekamen wir – was für jemanden aus dem Marketing wie mich natürlich super interessant war – einen Einblick in die Vermarktung des Bieres, sprich welche Kampagnen Guinness in der Vergangenheit gefahren hat. Mit Blick auf die erste Werbeanzeige der Brauerei stellten wir mit einem Schmunzeln fest, dass Guinness damals sogar noch für Schwangere empfohlen wurde und das Bier als gut für die Gesundheit beworben wurde. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen!

Vor der Führung hatten wir alle außerdem einen Gutschein für einen Pint bekommen. Diesen lösten wir nach der Führung in der Bar im obersten Stock ein. Bei dem tollen Panoramablick über die Stadt schmeckte das Bier gleich noch viel besser!


So langsam neigte sich die Reise dann dem Ende zu. Für ein letztes Highlight, wenn nicht das Highlight der Reise, war aber noch Zeit: ein Mittagessen im Locks! Von außen ähnelt das Locks den vielen anderen, tollen Restaurants, aber sobald wir drinnen waren merkten wir schnell, dass das Locks zu Recht ein absolutes In-Restaurant ist! Wir hatten im Obergeschoss einen eigenen Raum für uns, in dem wir alle an einem großen Esstisch saßen. Nicht zuletzt der Karmin im Raum sorgte dafür, dass wir uns wie zuhause fühlten. Nur dass plötzlich ein freundlicher Kellner mit Hipster-Bart herbeieilte (das kommt bei mir zuhause dann doch eher selten vor!).

Auch im Locks durften wir zwischen verschiedenen Leckerbissen für 3 Gänge wählen! So gab es beispielsweise Blutwurst (Black Pudding) oder Ceviche als Vorspeise, Steak, Fisch und Gnocci als Hauptgang oder Salty Caramel Choco Tarte sowie Käse als Dessert – die Entscheidung ist allen nicht leicht gefallen! Weil wir aber eine tolle, kleine Truppe waren, die sich richtig gut verstanden hat, war es eigentlich klar, dass jeder mal bei jedem probieren durfte und man so kulinarisch am Ende dann nichts verpasst hatte.


Zum gebührenden Abschluss ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, noch das ein oder andere Bierchen zu trinken und zu beweisen, dass wir unser „Sláinte“ mittlerweile perfektioniert hatten!


Nach einem tollen Mittagessen, von dem die meisten dann meinten, dass das das beste Essen war, das wir hier in Irland genießen durften, und einem letzten Gruppenfoto vor dem Locks mussten wir leider in den Bus Richtung Flughafen steigen.

Wir landeten pünktlich um 20 Uhr in Düsseldorf und obwohl wir alle platt von drei vollgepackten Tagen waren, waren wir uns alle einig: unsere meatCLUB Reise nach Irland war ein voller Erfolg!

Beim Schreiben dieses Blogbeitrags hab ich übrigens mal nachgerechnet: knapp 2.800 km haben wir an diesem Wochenende zurückgelegt!

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Bord Bia für die tolle Planung und natürlich an „meine“ meatCLUBer, die mitgefahren sind und die Reise zu einem so tollen Erlebnis gemacht haben :) Thanks a million! Und wer weiß, wo die nächste Reise hingeht!? ;)


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