• Gastschreiberling

Island Kabeljau auf einem Boskop Chutney mit Sushiingwer Chips

„Set di eerstmal dal nimm'n Kööm un'n Aal Un smeckt di dat nich is mi dat ok schietegal“ (Plattdütsch)


Fettes Brot hat meine Herkunft und das damit verbundene Lebensgefühl, für mich zumindest, auf den Punkt gebracht. Ungewohnt laut für uns aus dem Norden. So sind wir selten und darum gibt es wohl auch seit 1996 nichts weiter zu sagen. Langt halt!


Wir wissen was wir haben, wissen es zu schätzen und müssen nicht viel darüber reden! Das führt aber wohl dazu, dass die nordische Kulinarik im Gegensatz zu der südlichen nicht ganz so viel Reichweite erzielt. ☺ Siehe die Instagram Postings von mir (@Lasse_Grillz) und Otto Gourmet :D „Das lauteste Baby bekommt halt als erstes seine Milch“ ;) (Eine Kuh ist lauter als Fisch) Und das ruhige Baby schweigt und genießt.


Ich schreibe bewusst nur vom „Norden“ – denn ob Norddeutschland, Dänemark, Norwegen oder auch Island uns alle vereint die steife Brise, die Körpergröße, der Fisch und dementsprechend auch das Meer.



Ich habe mich wirklich gefreut als ich von Otto Gourmet den Isländischen Kabeljau zugeschickt bekommen habe und ich ein tolles Gericht für meinen Instagram Account kredenzen durfte. Was mir bei meiner Recherche im Shop von „OG“ auffiel und gleich gefiel, er wurde „schonend“ gefangen mit der Leine und nicht mit Schleppnetz – das Anglerherz lacht!


Kabeljau, Dorsch – Heimat – Lebensgefühl. Mist!!! Wo fange ich an? Ich will diesem besonders leckeren Fisch einen Rahmen bieten, den er verdient!


Ich versuche es also mal „lauter“ damit meine ich „anders“. Denke ich an früher hätte es als Beilage Bratkartoffeln mit Speck gegeben. Langt! Super lecker!! Aber für heute zu Langweilig! Ich will ja dass der Süden von Hamburg auch auf die Idee kommt das mal zu testen ;)


Also liebe Österreicher südlich der Elbe – wenn Ihr bis hierhin noch nicht ausgestiegen seid, habt Ihr wirklich Interesse den Kabeljau zuzubereiten.


„Island Kabeljau auf einem Boskop Chutney mit Sushiingwer Chips“

Die Kombination aus salziger, fruchtiger und milder Schärfe – dazu festes Fischfilet, einem Chutney und dem Crunch durch die Sushiingwerchips gibt eine Geschmacksexplosion, die super leicht am Grill zuzubereiten ist!



Ich grille für dieses Gericht mit meinem Gasgrill. Ein Napoleon Rogue mit Sizzlezone schmückt unseren Garten. Die Sizzlezone oder auch ein Gasbrenner sind wichtig, um wirklich alles am Grill zubereiten zu können. Die Dame im Hause wird es zu schätzen wissen, dass die Bude nicht mieft ;)


Als erstes frittiert ihr den Sushiingwer. Kauft den, den Ihr mögt. Holt diesen aus dem Glas oder der Verpackung, behaltet aber die Flüssigkeit!


Zum Frittieren habe ich ein gutes Rapsöl genommen, welches ich auf der Sizzlezone in einem Kochtopf auf Temperatur gebracht habe. Jetzt kommt der Ingwer rein! Achtung nicht alles auf einmal und bleibt am Topf!!! Am Anfang dauert es und am Ende geht es super schnell und wenn man nicht aufpasst, werden die Chips schwarz! = Bitter.


Die fertigen Chips holt ihr mit einem Sieb aus dem Öl und lässt sie auf Küchenkrepp trocknen und abkühlen. Liegen lassen – werden kalt benötigt!



Als nächstes habe ich mich dem Chutney gewidmet. Mein Chutney benötigt Apfelessig, Apfelsaft (naturtrüb), 3 Boskop Äpfel (für zwei Personen), eine Schalotte, Lorbeerblätter, etwas Salz und Pfeffer, eine Prise Zimt und einen Schluck aus dem übrig gebliebenen Sushiingwersaft.

Äpfel und Zwiebel müssen klein geschnibbelt werden. Die Prise Zimt kommt bei mir jetzt schon auf die Äpfel - BBQ Krankheit, alles muss einwirken und mariniert werden ☺



In einem Topf, den ich auf der Sizzlezone platziere, erhitze ich ca. 200ml Apfelessig. Nach 2-3 min. kommen die Zwiebelstückchen dazu, wieder 2 min. später die Äpfel und wieder zwei min. später die Äpfel, 3-4 Lorbeerblätter und dann füllt Ihr nach Gefühl Apfelsaft dazu (ich glaube so gute 200-300 ml.) Bin halt eher der „nach Gefühl“-Mensch – Langt halt! Das ganze muss jetzt schön einkochen, bis es die richtige Konsistenz hat.




Während Ihr den Topf mit dem Chutney, einen Topf mit einem Chutney sein lässt, kümmert Ihr euch um den fantastischen Fisch.


Für die Kabeljau-Anfänger aus Österreich: Ich empfehle den Fisch im Kühlschrank auftauen zu lassen. Legt Ihn nach Empfang der Lieferung von Otto Gourmet gleich in den Kühlschrank und macht euch am Folgetag ans Werk. Ca. 20 min. bevor Ihr Ihn auf den Grill legen wollt aus dem Kühlschrank holen – so verliert der Fisch nicht seine Flüssigkeit und lässt sich super zubereiten (fällt nicht auseinander!)



Ich habe den Fisch auf einem Salzstein zubereitet! Das spart euch das Salzen und die Gefahr, dass Ihr den Fisch versalzt – immer gut! Dazu sieht es nett aus auf dem Grill und ist eine „laute“ Zubereitung. Schicki Micki halt.


Den Grill habe ich auf gute 180 – 200 Grad eingespielt – wichtig! : Inklusive Salzstein. Der Rest ist wahre Kunst – den Fisch mit Gefühl auf der Hautseite auf dem Salzstein platzieren, sein Werk betrachten, einen Schluck Bier nehmen und den Deckel schließen.


Jetzt wo der Deckel wieder zu ist, gibt Ihr in das Chutney noch einen guten Schluck des übrig gebliebenen Sushiingwersaftes und salzt und pfeffert nach eurem Geschmack.


So. Nach ca. einer gemütlichen Flasche Bier in der Abendsonne seid Ihr fertig.


Den Fisch noch mal ganz kurz auf die Filetseite gewendet, das Chutney auf einem Teller platziert, die isländischen Kabeljau Filets darüber und zur Krönung bekommt der Fisch noch eine Sushiingwerchips Krone. Fertig!


Island Kabeljau auf einem Boskop Chutney mit Sushiingwer Chips

Während des Essens schießt mir ein weiteres Zitat aus „Nordisch by Nature“ in den Kopf:


„… und auf die schnelle noch ne Fischfrikadelle.

Schon Störtebeke wußte, dass der Norden rockt Und hat mit seinem Kahn hier gleich angedockt“


Ich wünsche allen, die dieses Gericht mal ausprobieren, vom Herzen einen Guten Appetit und ich hoffe, dass Ihr Spaß und Freude an diesem Beitrag hattet.



Tschüß, Lasse

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